King Arthur: Legend of the Sword

King Arthur: Legend of the Sword

King Arthur: Legend of the Sword (2017)
IMDB-Wertung: 6.8/10

Kaum ein Thema wurde bereits derartig oft in der einen oder anderen Form in Film oder Literatur verwertet, wie die der Artus-Sage. Die Legende rund um den König Britanniens, der die Ritter an der Tafelrunde vereinte, der das Schwert Excalibur führte und zuletzt seine Ruhestätte auf der Sagenumwobenen Insel Avalon fand. Mit King Arthur: Legend of the Sword hat Hollywood den unsterblichen Stoff ein weiteres Mal auf Zelluloid gebannt. Regie führte diesmal kein geringerer als der Kult-Regisseur Guy Ritchie, welcher durch seine britischen Milieu-Filme Bube, Dame, König, grAS und Snatch bekannt wurde. Zuletzt hatte sich der Brite mit Codename U.N.C.L.E. an einem klassischen Agenten-Thriller im Stil eines James Bond versucht.

King Arthur: Legend of the Sword ist unter anderem in einem schönen Steelbook mitsamt 2D und 3D Fassung im Warner Brothers Verleih erschienen. Diese Version dient als Grundlage für diese Rezension.

Eine etwas andere Interpretation der Artus-Sage

Das man nicht mit einer üblichen Abhandlung des Stoffes nach Schema F rechnen durfte, war spätestens klar, als Guy Ritchie den Regiestuhl übernahm. Man hat sich einige Freiheiten beim Stoff genommen, dem Ganzen ein Special-Effects-Schwangeres Fantasy-Gerüst übergestülpt und nicht zuletzt der Inszenierung die typische Handschrift Ritchies verpasst.

King Arthur Legend of the Sword Kriegselefanten
Bereits in den ersten Minuten stapfen riesige Kriegselefanten bedrohlich und hervorragend akustisch untermalt durchs Bild.

Die eigentliche Rahmenhandlung ist schnell erzählt. Der Film beginnt mit der Belagerung Camelots durch den korrumpierten Magier Mordred, der sich in den Reihen der Magier durch Verrat an die Macht kämpfte und nun anstrebt den rechtmäßigen König Uther Pendragon zu stürzen. Bereits in den ersten Momenten beeindruckt King Arthur hier mit Wolkenkratzer hohen, magisch erschaffenen Elefanten, die in einem Special Effects Gewitter die Heerscharen des Magisters in den Kampf führen. Doch Uther, gespielt von Eric Bana, will sich und sein Volk nicht kampflos aufgeben. Er reitet gegen die Horden, stürmt einen der Kriegselefanten und schafft es mit Hilfe des magischen Schwertes Excaliburs den Magier Mordred zu töten und mit ihm seine Elefanten zu Fall zu bringen.

Was Uther nicht weiß: Sein Bruder Vortigern, gespielt von Jude Law, hatte sich mit Mordred verbündet um den Thron zu stürzen und die Krone Britanniens zu erringen. Da der erste Plan fehl schlug, intrigiert Vortigern weiter und schafft es schließlich Uther Pendragon und seine Frau zu ermorden. Nur der kleine Junge, Arthur Pendragon, entkommt und lebt fortan in Londinium als Waisenjunge unter Prostituierten, die ihn großziehen. So lange bis sich sein Schicksal offenbart und er sein Erbrecht von seinem Onkel zurückfordert.

King Arthur Legend of the Sword Vortigern
Jude Law brilliert in seiner Rolle als Vortigern, des Königs machtversessener Bruder.

Guy Ritchie verbindet den klassischen Stoff gekonnt mit effektreicher Fantasy-Kost und schafft es so, dem Stoff neues Leben einzuhauchen. Nun mag man sicherlich einwenden, dass dies gar nicht nötig gewesen wäre, doch angesichts der zahlreichen Aufbereitungen des Stoffs ist ein wenig Abwechslung durchaus interessant, zumal sie hier derart gekonnt umgesetzt wurde. Auch für Ritchie typische Elemente wie die Darstellung der Handlung im Schnellvorlauf, während die Protagonisten ihre Handlungsweise erläutern finden sich hier wieder.

Besonderes Augenmerk sollte auch dem Cast gelten. Besonders Jude Law in der Rolle des bösen Onkels brilliert und erweist sich als starker und listenreicher Gegenspieler zu Arthur, gespielt von Charlie Hunnam. Auch die Nebenrollen sind mit Djimon Hounsou als Bedivere und Aidan Gillen – bekannt als Kleinfinger aus der HBO-Serie Game of Thrones – als Bill stark besetzt. Lediglich die Figur der, der Gruppe zur Seite stehenden, Magierin, gespielt von Astrid Bergès-Frisbey, bleibt etwas blass.

Bildgewaltiges Fantasy-Epos

Die Bildqualität der Blu-Ray ist hervorragend und weist eine hohe Gesamtschärfe auf. Das Bild ist stets ruhig und Verschmutzungsfrei. Lediglich in einigen wenigen, dunklen Szenen macht sich etwas Grieseln im Bild bemerkbar. Vor allem die 3D Version des Films weiß zu gefallen, obwohl der Film erst nachträglich in das 3D Format übertragen wurde. Die Tiefenstaffelung ist hervorragend und sorgt stets für ein sehr plastisches Bild. Vor allem durch Effekte wie im Raum schwebende Funken beeindruckt King Arthur selbst verwöhnte Augen. Die rar gesäten Pop-Out Effekte sind sinnvoll integriert und keine bloße Effekthascherei. Insgesamt ein hervorragendes 3D Erlebnis.

King Arthur Legend of the Sword Arthur
Charlie Hunnam spielt den jungen, ungestümen Artus, der mit Hilfe Excaliburs ganz Britannien retten soll.

Beeindruckender Soundtrack

Besonders beeindruckend und auf Referenz-Niveau ist der Ton. Die deutsche Tonspur liegt als 5.1 DTS HD Master Audio Track vor und beeindruckt durch sehr gute Dynamik. Surround-Freunde wird der exzessive Einsatz der Surround-Lautsprecher freuen. Diese werden nicht nur in Action-Szenen, etwa mit Split-Sound Effekten, befeuert, sondern sind auch in ruhigeren Sequenzen stets präsent. Auch der Tieftonanteil kommt nicht zu kurz, etwa wenn die gigantischen Elefanten zu Beginn des Films durch das Bild stapfen.

Auch der sehr progressive Score selbst trägt maßgeblich zum Geschehen bei und ist stets auch auf den Surround-Lautsprechern präsent. Besonders zu gefallen weiß der Titel The Devil & The Huntsman, gesungen von Sam Lee, welcher auch für die diesjährigen Oscar-Nominierungen in der engeren Auswahl war.

Aus den Produktionsnotizen

Die Extras zum Film finden sich auf der Blu-Ray der 2D Version des Films und bestehen aus mehreren mehrminütigen Featurettes zu den Dreharbeiten des Films. Darsteller, Regisseur und viele andere berichten von der Entstehungsgeschichte des Films und vom Set selbst, untermalt von Bildern der B-Roll.

King Arthur Legend of the Sword Vortigern und Arthur
Vortigern und Artus nach dessen Gefangennahme im Zwiegespräch.

Die Featurettes sind inhaltlich nicht uninteressant, lassen aber detaillierteren Einblick in die Produktion zu wünschen übrig. Mehr als ein grober Überblick wird dem interessierten Zuschauer nicht gewährt. Weiterführende Informationen zur Vorlage sucht man vergebens.

Fazit

Allen die Guy Ritchie Filme im Allgemeinen oder Fantasy-Epen im Allgemeinen angetan sind, sei dieser Film, und vor allem die schöne Steelbook-Edition mitsamt der beeindruckenden 3D Version des Films, ans Herz gelegt. Die Neu-Interpretation des klassischen Stoffes hat ihren ganz eigenen Charme, lässt man sich erst einmal auf dieses Werk ein. Auch die Aufmachung des Steelbooks überzeugt. Zudem findet neben den beiden Filmfassungen auf Blu-Ray auch ein Code für die UltraViolet Digitalkopie mit in der Verpackung.

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