Gangs of New York

Gangs of New York

Gangs of New York (2002)
IMDB-Wertung: 7.5/10

Dieser Tage hat Splendid Film das Drama Gangs of New York in einer formschönen Mediabook Edition auf Blu-Ray und DVD neu aufgelegt. Grund genug, sich selbst davon zu überzeugen, was diese Edition zu diesem filmischen Epos zu bieten hat.

Der Film

Martin Scorseses Meisterwerk über die Wurzeln New Yorks, entführt den Zuschauer in die Mitte des 19. Jahrhunderts in den brodelnden Hexenkessel, der sich Five Points nennt, eine Kreuzung inmitten des Armenviertels des damaligen Manhattan, in dem vor allem Iren in einfachsten Behausungen lebten. Der Film zeigt überdeutlich, wie Rassismus, Gewalt und Armut den damaligen Alltag bestimmten. Schonungslos zeigt Scorsese die Gräuel des Bürger-Krieges, die Machenschaften korrupter Politiker, und die Rivalität der Gangs, die sich unter dem Banner von cholerischen Figuren scharten. Diese Ereignisse, die im Film die Rahmenhandlung und den Aufhänger für den eigentlichen Konflikt und den Handlungs-Mittelpunkt des Films liefern, gipfelten letztlich auch in den größten Unruhen New Yorks aller Zeiten.

Leonardo DiCaprio als Amsterdam Vallon
Leonardo DiCaprio als Amsterdam Vallon

Getragen wird eben jene Handlung durch die grandiose Leistung der beiden Darsteller Leonardo DiCaprio (Amsterdam Vallon) und Daniel Day-Lewis (Bill „The Butcher“ Cutting), die sich als Widersacher gegenüberstehen und als Anführer der American Natives und der Dead Rabbits ihre Anhänger in den Kampf schicken, um ein für alle mal zu klären, wer die Vorherrschaft in den Five Points hat. Vallon wird dabei vorwiegend durch seinen Wunsch nach Rache an Bill the Butcher getrieben, denn dieser hat einst seinen Vater – gespielt von Liam Neeson, in einer leider viel zu kurzen Rolle – kaltblütig erstochen. Bill Cutting wird dagegen durch seinen blanken Hass auf alle Einwanderer und „Nicht Natives“ getrieben.

Neben den beiden Hauptrollen sind aber auch die zahlreichen Nebenrollen mit Größen wie Brendan Gleeson, Cameron Diaz oder Jim Broadbent stark besetzt.

Das Bild

Bill "The Butcher" Cutting, der Anführer der American Natives.
Bill „The Butcher“ Cutting, der Anführer der American Natives.

Der Transfer des Films ist hervorragend. Sowohl die Detailschärfe als auch Gesamtschärfe sind in nahezu allen Szenen sehr gut. Lediglich einige wenige sehr dunkle Szenen lassen teilweise Schärfe vermissen. Bildfehler oder Verschmutzungen sind nicht auszumachen. Der Detailgrad, vor allem in den vielen Panorama-Aufnahmen, und die Brillanz der Farben sind außergewöhnlich. Das Bild weist sichtbaren Filmkorn auf.

Der Ton

Die Soundkulisse kann nicht ganz mit dem Bild mithalten, liefert aber durchgehend gute bis sehr gute Ergebnisse. Da der Film die meiste Zeit über von Dialogen getragen wird, gibt es erst gegen Schluss etwas auf die Ohren. So wird beispielsweise das furiose Finale untermalen von Kanonenschüssen der Artillerie-Befeuerung durch Schiffe im Hafen New Yorks, die ganze Häuser-Fassaden zum Einsturz bringt. Der Soundtrack trägt gekonnt zur Stimmung des Films bei.

Amsterdam ist verliebt in die hübsche Taschendiebin Jenny (Cameron Diaz)
Amsterdam ist verliebt in die hübsche Taschendiebin Jenny (Cameron Diaz)

Besondere Erwähnung sollten zudem die beiden DTS Headphone-Surround Tonspuren (Sowohl in Deutsch als auch Englisch) finden. Wer den Film nachts mit Kopfhörern genießen will, muss so nicht auf den Mehrkanal-Mix verzichten.

Die Extras

Neben einem Audio-Kommentar, dem Film-Trailer und drei Featurettes zur Filmproduktion findet sich außerdem eine Discovery Dokumentation zur historischen Grundlage des Films. Des Weiteren gibt es das Musikvideo zum U2 Song „The hands that built America“, der extra für diesen Film geschrieben wurde. Besonders die Discovery Doku und die Featurette mit gleichem Hintergrund sind interessant und empfehlenswert.
Dem Mediabook liegt außerdem ein gut gemachtes 32-Seitiges Booklet mit vielen Produktionsnotizen und diversen Stills bei.

Fazit

Mit Gangs of New York hat Martin Scorsese ein weiteres mal eindrucksvoll bewiesen, dass er ein Händchen für die Geschichten der sozialen Unterschichten hat. Das Mediabook zum Film kann sowohl technisch als auch haptisch überzeugen und gehört in jede gut sortierte Filmsammlung.

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