Bioshock: Infinite

Bioschock: Infinite

Nachdem 2007 Bioshock einen Meilenstein im Shooter-Genre legte, waren die Hoffnungen auf den neuen Teil der Serie, der das Spielprinzip der beiden Vorgänger in die Lüfte hievt, groß. Bereits die erste Präsentation versprach großartiges und mit jedem weiteren Schnipsel war klar, dass hier ein großartiges Spiel auf uns wartet. Doch wie bei jedem Triple A Titel stellt sich letztendlich die Frage: Ist es wirklich so gut oder ist es nur eine weitere Eintagsfliege, ein solider Titel den man der Unterhaltung wegen spielt, der einem aber letztendlich nicht im Gedächtnis hängen bleibt. Und vor allem: Ist es eine würdige Fortsetzung der Bioshock Reihe?

Bioshock: Infinite bietet ein atemberaubendes Art-Design
Bioshock: Infinite bietet ein atemberaubendes Art-Design

Zumindest wenn man nach den Wertungen des Gros der (Online-)Magazine geht, dürfte Bioshock: Infinite nichts anderes als das beste Spiel des Jahres, ja vielleicht sogar als eines der besten Spiele des Genres überhaupt gelten. Und um die Auflösung auf die Frage nach der Qualität bereits vorweg zu nehmen: Ja, Infinite ist ein exzellentes Spiel, wenngleich beileibe nicht frei von Fehlern.

Ein Spiel wie aus dem Bilderbuch

Bioshock 3 schafft es mit dem frischen Szenario, einer Stadt in den Wolken Anfang des 20. Jahrhunderts, die Tradition der Serie beizubehalten und gleichzeitig neue Impulse in die Reihe zu bringen, welche zuletzt beim zweiten Teil etwas den Glanz des Einzigartigen und Neuen verloren hatte. Vor allem das grandiose und farbenfrohe Art Design tut hier ihr übriges. Knallige Farben, stimmig gestaltete Umgebungen und nicht zuletzt auch der tolle Soundtrack tragen deutlich zur Atmosphäre bei. Der krasse Gegensatz zum düster-stimmigen Unterwasser-Szenario der beiden Vorgänger ist hervorragend gelungen.

Die Vigor genannten Zauberkräfte ergänzen das klassische Waffenarsenal
Die Vigor genannten Zauberkräfte ergänzen das klassische Waffenarsenal

Außen Hui, Innen Pfui!?

Doch wie sieht es mit dem Kern des Spiels aus, dem Spielprinzip? Die beiden Vorgänger boten abwechslungsreiche Shooter-Kost gewürzt mit einzigartigen Ideen (Plasmide!) und der Möglichkeit die weitläufigen Areale größtenteils frei, wenn auch nicht uneingeschränkt, erkunden zu dürfen. Nun, Infinite hat wie eingangs bereits erwähnt auch einige Makel. So hat man es zwar geschafft einige sinnvolle Neuerungen einzubauen, leider aber auch einige liebgewonnene Gameplay-Elemente einzukürzen oder gar zu streichen. Beispielsweise fehlt das Hacking, welches einem in den beiden Vorgängern erlaubte Sicherheitsanlagen zu hacken und so dauerhaft auf die eigene Seite zu bringen oder Verkaufsautomaten zu einem günstigeren Verkaufspreis zu überreden, völlig. Auch gibt es keine unterschiedlichen Munitionsarten für das Waffenarsenal mehr. Als gekonnte Neuerungen dagegen darf man die Ausrüstungsgegenstände, welche sich an diversen Ecken und Enden der Spielwelt verstecken, oder die nun in Vigor umgetauften Plasmide welche nun jeweils sowohl als Direktangriff als auch als Falle eingesetzt werden können, nennen. Apropos Spielwelt. Auch die Freiheit der beiden Vorgänger hat das Spiel deutlich eingebüßt. Während man stellenweise noch recht weitläufige, zum Teil erfreulicherweise auch „friedliche“ Zonen erkunden darf, spielt Infinite sich größtenteils arg linear und erfordert nicht nur einmal das stumpfsinnige Zurücklaufen des gleichen Weges auf dem man gekommen ist… Inklusive Gegner-Nachschub, versteht sich. Zur Bewältigung der Gegnermassen gibt es diesmal auch nur Standard-Kost. Pistole, Maschinengewehr, (Schrot-)Flinte, Gatling Gun, Raketenwerfer und einige kleine Abwandlungen dieser. Munition ist größtenteils reichlich vorhanden und wenn nicht, dann schafft Elizabeth mitten im Kampf neue heran.

Die Grande Dame

Elizabeth? Ja, die Dame ist zentraler Dreh und Angelpunkt in Bioshock: Infinite. Sie trägt nicht nur aktiv zum Gameplay bei indem sie etwa durch Dimensionstore Nachschub an Waffen, Salz, Lebenspunkten oder gar ganze Gegenstände der Umgebungen herbei holt, sondern ist auch der Aufhänger für die Handlung. Sie ist der Grund warum der Hauptcharakter diese ganzen Strapazen auf sich nimmt. Und dabei ist den Entwicklern wirklich etwas Einzigartiges gelungen. Denn sie ist eben nicht nur ein Anhängsel wie in vielen anderen Spielen, sie erzählt die Geschichte, ist selbst Teil davon und agiert stets glaubwürdig und nachvollziehbar. Zwar kommt das Storytelling nicht an Tomb Raider ran, dennoch könnte sich so manch ein anderes Spiel, vor allem im Shooter-Genre eine dicke Scheibe von Infinite abschneiden.

Elizabeth ist zentraler Dreh- und Angelpunkt von Bioshock: Infinite
Elizabeth ist zentraler Dreh- und Angelpunkt von Bioshock: Infinite

Ein Meisterwerk

Bioshock: Infinite lebt von seinem großartigen Szenario, der spannenden Geschichte, dass es toll und mithilfe einer der charismatischsten Hauptfiguren der Spielegeschichte zu erzählen weiß. Es hat spielerische Schwächen, keine Frage. Dennoch ist es für mich persönlich ein würdiger Nachfolger der Bioshock Reihe und reiht sich somit als eines der besten Spiele des Genres in die Reihe ein. Wer auch nur ansatzweise etwas mit Shootern anfangen kann, sollte sich Infinite nicht entgehen lassen!

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