Amazon Kindle Fire HD

Amazon Kindle Fire HD

Dieser Tage erschien das neue Kindle Fire HD Tablet von Amazon. Nachdem ich schon längere Zeit mit dieser Geräteklasse liebäugelte hab ich mir kurzerhand eben ein solches Kindle bestellt.

Das Kindle Fire HD Tablet von Amazon
Amazon Kindle Fire HD Tablet

Neben dem Desktop-Rechner kam in den letzten Monaten mein Notebook kaum noch zum Einsatz, da es sich am Desktop einfach wesentlich angenehmer arbeitet. Und für Spiele ist ein Sub-Notebook eh nicht wirklich geeignet. Auf der anderen Seite ist ein Notebook aber auch für „mal eben“ Twitter, diese oder jene Webseite oder die eMails zu checken aber auch Overkill und macht auf der Couch oder im Garten wenig Spaß. Somit hatte das Dell Vostro einfach keine Aufgabe mehr.

Da man jedoch genau für diese kleinen Aufgaben doch gerne einen Helferlein hätte, bietet sich die Geräteklasse der Tablets gerade zu an. Handlich und trotzdem vielseitig ohne viel Schnick-Schnack. Das Kindle Fire HD von Amazon war in meinen Augen letztendlich die ideale Wahl. Das Apple iPad kam für mich aus Prinzip nicht in Frage, außerdem ist es auch vom Preis her unattraktiv. Alternativen wären das Samsung Galaxy Note oder die neuen Windows 8 RT Tablets gewesen. Aber auch diese überzeugen vom Preis her nicht, kosten sie doch rund 200€ mehr als das Amazon Tablet. Die Wahl war letztendlich also klar.

Das Kindle Fire HD

Das Fire kommt in einer eigens für das Kindle gestalteten schwarzen Schachtel daher. Der Karton ist Verpackung und Versandschachtel zugleich, welches angesichts der immer aufwändigeren Verpackungen und somit auch der steigenden Müllproduktion eine erfreuliche Abwechslung ist. Trotz allem liegt das Kindle sicher gebettet in der Schachtel zusammen mit zwei Kurzanleitungen und einem USB-Kabel, welches sowohl für die Datenübertragung als auch zum Aufladen dient. Ein Adapter für den Netzanschluss liegt nicht dabei, dieser ist separat erhältlich. Im Prinzip lässt sich dabei aber absolut jeder Adapter nutzen, inklusive Ladegeräte von anderen Geräten. Am Kindle selbst ist der USB Anschluss als Micro-USB ausgelegt, welcher identisch mit vielen aktuellen Mobiltelefonen ist.

Neben dem USB Anschluss findet sich ein Mini-HDMI Ausgang für den Anschluss ans heimische TV-Gerät (oder ähnliches). Videos und Bilder lassen sich so schnell auf einem großen Gerät präsentieren. Auf der Rückseite befinden sich zwei mal zwei Lautsprecher inklusive Dolby Surround Unterstützung. An der Seite finden sich Schalter für die Lautstärke, ein Ein-/Aus-Schalter sowie eine 3.5mm Klinkenbuchse für Kopfhörer. Ein Mikro und eine integrierte Kamera für Video-Telefonie dürfen auch nicht fehlen.

Amazon liefert das Tablet bereits personalisiert aus. So ist das Tablet bereits beim ersten Starten direkt mit dem eigenen Amazon Konto verbunden und man kann nach einigen grundlegenden Einstellungen für die Uhrzeit, Zeitzone etc. eigentlich direkt loslegen. Eine kurze Einführung erklärt die Bedienung des Kindle, die nicht weiter schwierig ausfällt. Die Oberfläche ist äußerst simpel gehalten. Eine „Karussell“-Oberfläche bietet schnellen Zugriff auf die häufigst verwendeten Apps, Bücher, Musik oder Webseiten. Kategorien wie „Apps“, „Bücher“ oder „Musik“ listen sämtliche Inhalte des Tablets schnell auf. Am unteren Bildschirmrand finden sich stets sowohl das Favoriten-Icon, welches schnellen Zugriff auf (einstellbare) Apps erlaubt als auch der omni-präsente „Home-Button“. Dieser bringt einen zuverlässig stets zurück zum Hauptmenü. Am oberen Bildschirmrand findet sich eine Status-Leiste mit Uhrzeit, WiFi-Status, Batterieanzeige und Benachrichtigungen. Ein „Wisch“ nach unten bringt weitere Optionen (Inklusive Zugriff auf die Geräte-Einstellungen) sowie Details zu den Benachrichtigungen (Etwa: „App erfolgreich installiert“ und dergleichen) hervor.

Die Bedienung des Kindle Fire HD ist intuitiv und absolut flüssig. Während Tests der US-Geräte noch von teils etwas hakeliger Bedienung des Kindle sprachen, konnte ich hiervon nichts bemerken. Amazon scheint weiter am ROM gefeilt zu haben und das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Ein Highlight des Fire HD ist definitiv der Bildschirm. Ein IPS Panel mit 1280×720 (720p HD-Auflösung) Pixeln verbirgt sich hinter dem Gorilla-Glas. Laut Amazon soll das Display auf Grund nur einer Glas-Schicht nicht derart spiegeln, wie es bei der Verwendung von Gorilla-Glas in der Regel üblich ist. Zumindest in Innenräumen bei direkter oder indirekter Beleuchtung war kein Spiegeln wahr zu nehmen. Den Außeneinsatz konnte ich noch nicht testen.
Das Display gibt Webseiten, Bilder und Texte gestochen scharf wieder, auch sehr kleine Schrift lässt sich mühelos und ohne Anstrengung lesen. Hier hat Amazon ganze Arbeit geleistet. Die Farb-Darstellung ist ebenfalls hervorragend und nicht zu bemängeln. Die Blickwinkel-Abhängigkeit ist – angesichts der IPS Technik auch kein Wunder – sehr gut und das Display verliert auch bei steilen Einfall-Winkeln kaum Kontrast. Die Farben bleiben echt.

Das große Plus des Kindle Fire HD ist die Verzahnung des Tablets mit den Amazon eigenen Angeboten. Wer zudem Prime Kunde ist, darf sich über kostenlose eBooks, aus dem Netz gestreamte Filme und Serien und der nahtlosen Integration auch von Audible Hörbüchern freuen. Inhalte werden direkt über die WiFi Verbindung aus dem Netz geladen. Was nicht auf dem Kindle sein soll, verweilt derweil in der Cloud. Amazon stellt hierfür 5GB kostenlos zur Verfügung. Mehr Speicher gibt es gegen ein Abonnement. eBooks und bei Amazon gekaufte Musik werden auf diese 5GB nicht angerechnet und werden in unbegrenzter Zahl in der Amazon Cloud gespeichert.

Die Versorgung mit Apps ist auch kurz nach Start des Kindle in Deutschland schon sehr beachtlich. Wachstum garantiert. Einziger Wermutstropfen: Amazon führt einen eigenen App-Shop. Es kommt durchaus vor, dass einige Anbieter ihre Apps nur im Google PlayStore (Dem Standard App-Store für Android-Geräte) listen, nicht jedoch im Amazon App-Shop. Letztendlich bleibt da nur zu hoffen, dass Amazon diese Apps auch in den eigenen Shop holt.

Das Kindle Fire HD von Amazon ist ein ausgezeichnetes Tablet zu einem vernünftigen Preis. Wer nicht unbedingt den Platzhirsch (Apple iPad) oder absolute Freiheit bei der Benutzeroberfläche (Beliebiges Android-Tablet) braucht, ist mit dem Kindle Fire HD meiner Meinung nach sehr gut beraten.

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3 Gedanken zu „Amazon Kindle Fire HD

  1. Sind von Amazon gekaufte MP3s oder anderswo heruntergeladene Audio/Video-Dateien im geschlossenen System wie bei IPad oder kann man sie per Mail verschicken/auf den PC kopieren?

    1. Bei Amazon gekaufte MP3s landen im Amazon CloudPlayer. Den kann man von überall erreichen und von dort (via Webseite) auch die MP3 Dateien direkt herunterladen. Ansonsten meldet sich der Kindle beim Anschluss an einen PC auch als normaler Massenspeicher an. Man kann also einfach Dateien (MP3, Videos, Bilder, PDF etc.) hin und her kopieren. Natürlich auch via WLAN oder Bluetooth. Dafür empfehle ich die kostenlose App „ES File Explorer“ aus dem Amazon App Store, die meiner Meinung nach beste Filemanager App für Android.
      Man braucht keinerlei Zusatzsoftware, anders als beim iPad.

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