AMD Grafikkarten: Eine kleine FAQ-Sammlung

AMD Radeon Graphics

Zum Thema AMD (bzw. die älteren Modelle noch unter ATi geführt) Grafikkarten(-Treiber) tauchen immer wieder Fragen auf. Diese kleine Sammlung soll einige der häufigsten gestellten Fragen zu Hardware und Treiber klären (FAQ = Frequently Asked Questions).

Allgemeine Fragen

Was ist der Unterschied zwischen der Treiber-Version und der Catalyst Version?

Die Treiber-Version ist die Version des Treibers selbst. Der Catalyst ist eigentlich ein ganzes Software-Paket bestehend aus dem Display Driver, dem Catalyst Control Center (CCC), HydraVision, AVIVO Tools und dem ATI Multimedia Center. Die Catalyst Benennung erfolgt grob gesagt nach dem Schema „Jahr.Version“, also ist der Catalyst 8.6 die sechste Release-Version des Jahres 2008.

Seit Ende September 2015 führt AMD ihre Grafikkarten-Treiber nicht mehr unter dem Namen Catalyst, sondern benennt diese nach Rottönen. Derzeit ist die Farbe „Crimson“ an der Reihe.

Wo finde ich aktuelle Treiber oder Tool XYZ für meine AMD Grafikkarte/AMD Mainboard?

Die gibt es unter http://support.amd.com/de-de/download.

Wo finde ich Beta oder Hotfix-Treiber?

Von Beta Treibern empfehle ich nicht versierten Usern die Finger zu lassen. Ansonsten lassen sich diese in einschlägigen Foren finden. Hotfix-Treiber dagegen sind von ATi zur Verfügung gestellte Treiber, die ein dringendes Problem beheben. Diese lassen sich in der ATi Knowledge Base finden. Ich werde diese nach Möglichkeit immer in meinem Blog oder auf Twitter posten.

Muss ich Hotfix-Treiber über die normalen drüber installieren?

Nein, Hotfix-Treiber sind normale Standalone Treiber. Sie können drüber installiert werden, aber wie immer gilt: Besser vorher alte Treiber deinstallieren und dann die neuen installieren.

Wo finde ich die Chipsatztreiber für mein AMD System?

Die gibt es auch unter http://support.amd.com/de-de/download. Auf der Treiber-Seite euer Betriebssystem auswählen und dann den Eintrag „IGP/Southbridge“ wählen. Auf der nachfolgenden Seite findet ihr ganz unten den Download für das Southbridge-Treiberpaket.

Wie kann ich gefundene Bugs an AMD schicken?

Über dieses Formular: AMD Issue Reporting Form.

Reicht mein Netzteil für Grafikkarte XYZ? Welches Netzteil sollte ich kaufen?

Eine grobe Richtlinie kann unter anderem dieser PSU Calculator sein. Er gibt ihn etwa Auskunft wie viel Watt das Netzteil haben sollte. Wichtig beim Kauf ist vor allem ein Netzteil mit einer 12Volt Leitung deren Combined Power (!) wenigstens 26Ampere hat. (Angaben wie 12V1: 20A, 12V2: 24A etc. sind irrelevant.) Steht es nicht auf dem Typenschild oder in der Dokumentation auf der Hersteller-Webseite kann man es nach der Formel berechnen: x Watt : 12Volt = x Ampere. Findet sich auch die Angabe der Leistung der Watt nicht, kann man diese durch Abzug aller Watt-Werte der +3,3V, +5V, -5Vsb und -12V Leitungen errechnen.

Was ist TrueAudio?

Mit den Radeon R9 und R7 Baureihen (Zumindest diese Versionen die mindestens auf den Chips der Volcanic Island Reihe basieren, also R9 290(X) oder R7 270) hat AMD das sogenannte „TrueAudio“ eingeführt. Hierbei handelt es sich um eine Sound-Effekt-Bibliothek, die auf der GPU Hardware-beschleunigt berechnet wird, ähnlich EAX von Creative Labs. Spiele-Entwickler können hierauf zugreifen um Sound-Effekte in Spielen auf der GPU zu berechnen.

Mehr Informationen zu TrueAudio, gibt es direkt bei AMD.

Was ist Mantle?

Bei Mantle handelt es sich um eine sogenannte Programmierschnittstelle, auch API genannt. Diese Programmbibliotheken fassen viele Funktionen zusammen, so dass Programmierer auf grundlegende Funktionen zurückgreifen können, ohne selber eine Funktion dafür schreiben zu müssen. Mantle ist, ähnlich wie DirectX oder OpenGL, für die Grafikausgabe zuständig. Der Vorteil gegenüber anderen APIs besteht bei Mantle, dass sie einen direkteren Zugriff auf die Hardware-Ebene erlaubt. Somit ist es möglich, näher an den Funktionen des Grafikchips und somit deutlich effizienter, zu programmieren, ähnlich wie das auch auf Konsolen der Fall ist.

Um Mantle zu aktivieren, ist lediglich die Installation eines aktuellen Treibers, sowie eine Grafikkarte basierend auf der Graphics Core Next Architektur (Radeon HD7000 Reihe) oder neuer, nötig. In Spielen, die Mantle unterstützen, lässt sich dann in den Optionen dieses als Rendering-Pfad auswählen.

Die Zahl der (kommenden) Spiele, die Mantle unterstützen wächst stetig. Eine Liste mit Spielen findet sich hier.

Was ist ReLive?

ReLive ist eine in den Treiber integrierte Funktion zur Aufnahme von 3D Anwendungen und dem Desktop. Es besitzt eine „Replay“-Funktion, die es erlaubt, bis zu 20 Minuten zurück Videos aufzunehmen. Auch Streaming auf bekannte Portale wie Twitch und YouTube sowie die reguläre Aufnahmefunktion sind vorhanden. Mit welcher Auflösung und welchem Codec aufgenommen werden kann hängt stark von der verwendeten Grafikkarte ab. Die vordefinierte Tastenbelegung zum Aufrufen des Overlay-Menüs ist Alt + Z.

nVidia bietet mit ShadowPlay die gleiche Funktionalität in ihren Treibern an.

Was ist FreeSync?

FreeSync behebt Tearing und sorgt für Ruckelfreie Bildwiedergabe

FreeSync ist eine offene und freie Technik, die es der Grafikkarte erlaubt, mit dem Monitor zu kommunizieren um die dynamische Bildausgabe zu steuern. Dies verhindert effektiv Tearing, also das Zerreißen des Bildes. Tearing entsteht, wenn die Grafikkarte schneller Bilder berechnet, als der Monitor wiedergeben kann. Außerdem behebt FreeSync Bewegungsruckeln. Anders als etwa von Fernsehern bekannt, findet hier aber keine Bildberechnung in der Software und somit keine Artefaktbildung statt.

FreeSync erfordert allerdings eine kompatible Grafikkarte und einen Monitor der FreeSync unterstützt. Alternativen wären nVidias G-Sync oder die klassische, aber technisch problematische Software-Lösung V-Sync.

 

Einstellungen im Catalyst Control Center

Soll man die Einstellungen für „Anti Aliasing“ (AA, dt.: Kantenglättung) und „Anistropic Filtering“ (AF, dt.: Anisotropisches Filtern) im Treiber oder im Spiel einstellen.

Sofern das Spiel dies erlaubt, immer im Spiel. Nur bei Spielen die keine Option für die entsprechende Einstellung bieten sollte man diese Einstellungen im Treiber vornehmen.

Spiel XYZ bietet keine „Anti Aliasing“ (AA, dt.: Kantenglättung) Funktion in den Optionen. Also habe ich das im Treiber eingestellt. Ich sehe trotzdem keine Verbesserung der Kanten?

Nicht jedes Spiel unterstützt Anti-Aliasing. Bei manchen Spielen ist es technisch unmöglich, bei anderen erst mit einem speziell angepassten Treiber. Seit einigen Treiber-Versionen bietet AMD die Möglichkeit eigene Profile für bestimmte Anwendungen zu speichern. Hierüber lassen sich u.a. bestimmte Kantenglättungs-Modi forcieren.

Helfen auch diese Einstellungen nichts, bleibt nur die Wahl der neuen Anti-Aliasing Modi „Morphologische Filterung“ (MLAA) oder „Sumper-Sampling Anti-Aliasing“ (SSAA) zu verwenden. Gerade SSAA kostet aber teils enorm an Leistung, bietet dafür aber auch das beste Ergebnis von allen. MLAA filtert zudem das Bild immer, sollte also nach dem Beenden von Spielen wieder ausgeschaltet werden, da es auch die Schriften in modernen Browsern und anderen Anwendungen, welche auf Hardware-Beschleunigung durch die GPU setzen, anwendet, was zu unscharfer Schrift-Darstellung führt.

Was ist Catalyst A.I. und wie funktioniert es?

Catalyst A.I. ist eine Reihe von Treiber-Optimierungen, die den Treiber auf die Rendermethoden bestimmter Spiele hin optimiert, um so mehr Leistung zu erreichen oder Features frei zu schalten, die von den Spieleentwicklern nicht vorgesehen waren (vergleiche AA in UT3 und Oblivion, siehe oben).

Verschlechtert sich meine Bildqualität durch Catalyst A.I.?

Nein, die Bildqualität bleibt in den allermeisten Fällen gleich. In seltenen Fällen ist ein Unterschied messbar (via Differenzbild von zwei Bildschirmaufnahmen, einmal deaktiviert und einmal aktiviert), aber nicht sichtbar.
Es gab jedoch in der Vergangenheit auch hin und wieder Probleme, in denen sich ein Bug in die A.I. Optimierungen eingeschlichen hatte, und so bestimmte Funktionen des Spiels ausser Kraft gesetzt wurden. ATi hat nach Möglichkeit diese Bugs schnellstmöglich bereinigt und wird dies auch weiterhin bei evtl. auftretenden Problemen tun.

Welche A.I. Einstellung ist zu empfehlen?

Grundsätzlich sollte die Voreinstellung des aktivierten A.I. mit Schieberstellung „Standard“ auch so belassen werden. In selten Fällen kann es für das Troubleshooting von Interesse sein, die Schalterstellung „Advanced“ auszuprobieren oder das A.I. komplett zu deaktivieren. Dies kann aber – wie bereits unter der Erklärung zu A.I. erwähnt – zu Problemen führen und sollte nur von Benutzern getestet werden, die wissen, was sie tun.
Für CrossFire Benutzer besonders interessant ist die Schalterstellung „Advanced“, da hier das AFR (Alternate Frame Rendering) durch den Treiber forciert wird. Aber auch hier gelten die gleichen Hinweise wie bereits oben erwähnt.

Wie stelle ich Overscan/Underscan richtig ein?

Betreibt man den Rechner an einem Fernseher oder an einem Monitor mit HDMI Eingang, muss man häufig noch den Overscan einstellen bzw. ausschalten, da sonst die Grafikkarte das Bild künstlich verkleinert um die bei vielen Geräten voreingestellte Overscan Funktion zu egalisieren.

Man sollte im Catalyst Control Center den Overscan auf 0% stellen bzw. ausschalten und gleichzeitig am Monitor bzw. TV-Gerät auf eine 1:1 Darstellung umschalten. Wie das geht, steht in der Bedienungsanleitung des Monitors/Fernsehers.

Mein Monitor bietet keine Möglichkeit zur 1:1 Darstellung. Wie stelle ich Auflösungen, die nicht dem Seitenverhältnis meines Monitors entsprechen, ohne Verzerrung dar?

Hierfür gibt es die GPU Skalierungsfunktion im Catalyst Control Center. Diese regelt die Ausgabe an den Monitor und ermöglicht so die korrekte, unverzerrte Darstellung auf Monitoren, die dies nicht via OSD-Menü unterstützen.

Ist die Einstellung im CCC ausgegraut, muss man zuerst die Desktop-Auflösung reduzieren, die GPU-Skalierung wie gewünscht einstellen und kann danach wieder ganz normal die Desktop-Auflösung zurück stellen.

Kann ich 3D Einstellungen nur für bestimmte Programme/Spiele vornehmen?

AMD bietet seit einigen Treiber-Versionen die Möglichkeit Profile für bestimmte Anwendungen/Spiele vorzunehmen. Diese Profile werden dann nur angewandt, wenn das jeweilige Spiel/Programm gestartet wird.

Um ein solches Profil zu erstellen wählt man in den 3D Anwendungseinstellungen in der Drop-Down-Liste eine .exe Datei aus. Nach einem Klick auf „Neue Anwendung“ öffnet sich ein Datei-Dialog. Hier navigiert man zur .exe der Anwendung oder des Spiels und wählt diese aus. Anschließend nimmt man wie gewohnt alle Einstellungen im Menü vor und klickt anschließend auf den „Speichern“ Button neben der Drop-Down-Liste.

Einmal erstellt, erscheinen alle Profile unter „Anwendungsprofile“ in der linken Aufgaben-Leiste. Dort können sie auch wieder gelöscht werden, wenn sie nicht mehr benötigt werden.

Wichtig: Es darf nicht auf „Übernehmen“ am unteren rechten Rand des Catalyst Control Centers gewählt werden, sonst werden die 3D Einstellungen auf alle Spiele angewandt!

Mit der Veröffentlichung des Crimson-Treibers hat AMD das Einstellungsmenü komplett überarbeitet. Das Profilmenü befindet sich nun zentral im Spiele-Untermenüpunkt. Entsprechende Anwendungen werden automatisch hinzugefügt. Sollten einmal welche fehlen, kann man per Klick auf Hinzufügen dies manuell tun.

Wozu ist die Farbtiefen Einstellung gut? Wie stelle ich die Farbtiefe meines Monitors ein?

AMD Catalyst Control Center Farbtiefen-Einstellung
Die Farbtiefen-Einstellung regelt mit welcher Farbtiefe pro Farbkanal ein Monitor angesteuert wird.

Die Farbtiefe bestimmt, wieviele Abstufungen ein Farbverlauf haben kann. Je höher die Farbtiefe, desto feinere Abstufungen finden sich in Farbverläufen. Üblich ist heute True Color mit 32bit (24bit True Color + 8bit Alpha Kanäle). Dies entspricht einer 8bit Ansteuerung pro Farbkanal.

Professionelle Monitore bieten eine höhere Genauigkeit und können mit 10bit, 12bit oder gar 16bit pro Farbkanal arbeiten. Im Gegensatz zu den Consumer-Produkten des Konkurrenten nVidia (GeForce und Titan Reihe), beherrschen AMD Grafikkarten die Funktion der 10bit Ansteuerung eines solchen Monitors auch im Consumer Bereich (Radeon Reihe). Somit können höherwertigere Displays auch von Consumer-Grafikkarten mit der höheren Farbgenauigkeit angesteuert werden.

Die Funktion um die Farbtiefe pro Kanal einstellen zu können, findet sich unter „Meine digitalen Flachbildschirme“ und „Eigenschaften“.

Wie stelle ich sicher, dass die Farbausgabe auf meinem Monitor korrekt ist? Wie stelle ich die Farbtemperatur ein?

Die Farbtemperatur-Einstellung regelt die korrekte Farbwiedergabe an den Monitor

Damit sicher gestellt ist, dass das Bild vom Monitor so ausgegeben ist, wie es von der Grafikkarte vorgesehen ist, ist es notwendig, die Farbtemperatur der Grafik-Ausgabe anzupassen. Unter den Display-Einstellungen findet sich der Punkt Farbtemperatur. Dieser sollte eingeschaltet und auf den entsprechend korrekten Wert eingestellt sein. Welche Farbtemperatur der Monitor erwartet, hängt maßgeblich von dessen Einstellungen ab. Im Zweifelsfall hilft ein Blick ins Handbuch oder in das OSD-Menü des Geräts. Üblich ist die Ausgabe mit 6500K.

In Treiber-Versionen vor Crimson sollte die EDID Option aktiviert werden. Alternativ kann die Farbtemperatur aber auch genauso manuell festgelegt werden.

Wie kann ich höhere Auflösungen als sie mein Monitor darstellt, benutzen? Wie kann ich Downsampling/Virtual Super Resolution verwenden?

Virtual Super Resolution steuert das Downsampling

Aus verschiedenen Gründen kann es manchmal hilfreich sein, die Auflösung des intern berechneten Bildes mit einer höheren Auflösung als die des eigenen Monitors, einzustellen. Die höhere Auflösung wird dann wieder herunter skaliert auf dem Monitor dargestellt. Dies kann beispielsweise als Alternative zu klassischem Anti-Aliasing oder für hochauflösende Screenshots verwendet werden. Generell nennt man dieses Verfahren Downsampling.

Im AMD Treiber findet sich diese Option unter dem Begriff Virtual Super Resolution, und kann unter den Display-Einstellungen geändert werden.

Wie kann ich die Framerate begrenzen?

Framerate Target Control sorgt für eine feste Obergrenze der berechneten FPS.

Um die Framerate von 3D Anwendungen zu beschränken, gibt es sogenannte Framelimiter. In den meisten Fällen ergibt es keinen Sinn, die Grafikkarte in wenig anspruchslosen Anwendungen unlimitiert zu verwenden. Die Beschränkung der Framerate sorgt dafür, dass die Grafikkarte heruntertakten kann, wenn die Leistung nicht benötigt wird und diese somit kühler und leiser läuft.

AMD hat einen entsprechenden Framelimiter direkt in die Grafiktreiber integriert. Die entsprechende Option findet sich in den Spiele-Settings unter dem Begriff Frame Rate Target Control.

Was ist Radeon Chill, wie funktioniert es und wie verwendet man es?

Radeon Chill ist ein intelligent kontrollierter Framerate-Limiter.

Radeon Chill ist eine mit dem Crimson ReLive im Dezember 2016 vorgestellte Funktion, um die Framerate eines Spiels dynamisch zu verringern. Das System arbeitet dabei intelligent anhand der Steuerungseingaben des Spielers. So verringert der Treiber selbständig die Framerate bzw. die Leistung der Grafikkarte in Szenen, in denen sich der Spieler nicht bewegt. Dies sorgt effektiv für eine kühlere, leisere und sparsamere Grafikkarte.

Derzeit funktioniert Chill nur in einigen ausgewählten Spielen. Eine Liste der bisher unterstützten Spiele findet sich hier. Die Einstellungen für Chill finden sich in den Spiele-Einstellungen im WattMan Menü.

 

Fragen zu CrossFireX

Kann ich Karte XYZ mit Karte ZXY im CrossFire Modus kombinieren?

Ein offiziellen Chart mit CrossFire-Kombinationsmöglichkeiten findet ihr hier.

Ich betreibe zwei Karten im CrossFireX Modus. Wieviele CrossFire Brücken brauche ich?

Eine reicht. Als Faustregel gilt: Anzahl der Grafikkarten – 1 = Zahl der benötigten CrossFire Brücken. Welche der CrossFire Anschlüsse auf den Karten benutzt wird, ist ebenfalls egal.

Die auf der Volcanic Island GPU basierenden Karten der R9 und R7 Baureihen (Beispielsweise Radeon R9 290(X)) und neuer, benötigen keine CrossFire Brücken mehr. Die gesamte Kommunikation zwischen den Grafikkarten findet über den PCIe Bus statt.

Was ist Hybrid CrossFireX?

Hybrid CrossFireX ist AMD/ATis Pendant zu nVidias Hybrid SLi. Mit einer entsprechenden Kombination aus Grafikkarte und Mainboard mit IGP (Integrated Graphics Processor, dt.: Integrierter Grafik-Prozessor) ist es möglich, die OnBoard IGP und die separate Grafikkarte wie bei CrossFireX zu bündeln um so mehr Leistung zu erzielen. Zusätzlich kann die separate Grafikkarte im Desktop-Modus fast ganz abgeschaltet werden um so Strom zu sparen. Anders als nVidias Hybrid SLi schaltet Hybrid CrossFireX die Grafikkarte nicht ganz ab, um so im Desktop Modus auch mehrere Monitore unterstützten zu können.

Wie kann ich überprüfen, ob CrossFire läuft oder nicht?

De-/Aktivieren des CrossFire Logos in 3D Anwendungen
De-/Aktivieren des CrossFire Logos in 3D Anwendungen

Es gibt zwei Methoden: Man benutzt das Tool GPU-Z, welches anzeigt ob CrossFire aktiv ist, oder nicht und es zeigt auch die GPU Load für jede GPU einzeln an. Seit dem Catalyst 8.11 bietet ATi auch die Option, sich In-Game ein CrossFire Logo anzeigen zu lassen. Diese Option findet sich nur in den Einstellungen des Tray Menüs.

Was sind Catalyst Application Profiles?

Catalyst Application Profiles (CAP) sind kleine Updates die die Anwendungsliste des Treibers erweitern und so neue Profile für CrossFireX liefern. Dies ermöglicht AMD schnell neue Profile für Spiele zu erstellen ohne einen neuen Treiber veröffentlichen zu müssen. Falls man ein CrossFireX System einsetzt sollte man also immer die aktuellsten CAPs installiert haben um die volle Leistung aus seinem System heraus zu holen.

In neueren Catalyst Versionen ist AMD wieder vom System der CAPs abgekommen. Statt dessen werden nun öfter Beta Treiber veröffentlicht.

Ich habe ein CrossFire Setup und sehe trotzdem Ruckler? Wie behebe ich Mikroruckler?

Frame Pacing verhindert Mikroruckler bei CrossFire Systemen
Frame Pacing verhindert Mikroruckler bei CrossFire Systemen

Mit dem Catalyst 13.8 Beta hat AMD das sogenannte Frame Pacing eingeführt. Dieses soll die bei CrossFire Systemen auftretenden Mikroruckler vermindern bzw. eliminieren. Mikroruckler entstehen durch die unterschiedlich schnelle Berechnung von „Frames“, also Einzelbildern. Die Grafikkarten schicken die Einzelbilder nun mit leicht unregelmäßigem Abstand zwischen den Bildern an den Monitor. Dadurch entsteht der Eindruck von Mikrorucklern. Frame Pacing soll dies nun verhindern in dem es die Bilder regelmäßiger an den Monitor schickt.

Frame Pacing wird vom Treiber normalerweise standardmäßig aktiviert, sobald CrossFire aktiv ist. In seltenen Fällen kann es mit einzelnen Spielen zu Problemen kommen. In diesem Fall empfiehlt es sich ein neues Profil für ein Spiel anzulegen und explizit für dieses das Frame Pacing zu deaktivieren.

 

Fragen zu Eyefinity und Multi-Monitor Betrieb

Was ist Eyefinity?

Eyefinity ist eine Technologie um mehrere Monitore in einer sogenannten Display-Gruppe zusammen zu fassen. Dies ermöglicht eine einzige riesige Anzeigefläche, die von Programmen als ein einzelner großer Monitor erkannt wird.

Weitere Informationen zur Technologie gibt es direkt bei AMD.

Warum brauche ich für mehr als zwei Monitore einen Monitor mit DisplayPort?

Auf nahezu allen aktuellen Grafikkarten sind maximal zwei sogenannte Taktgeber verbaut. Diese werden für die Signalübertragung via D-SUB (VGA Standard) und DVI/HDMI zwingend benötigt. Bei modernen DisplayPort Geräten wird der Signal-Geber von der Grafikkarte in den Monitor verlagert.

Will man nun also mehr als zwei Geräte an eine Grafikkarte anschließen, muss dieser einen DisplayPort Anschluss bereit stellen. Alternativ gibt es auch aktive DVI/HDMI und VGA Adapter die einen Taktgeber integriert haben. Für Monitore bis einschließlich Full HD Auflösungen reicht ein günstigerer Single-Link Aktiv-Adapter.

Es gibt vereinzelt auch Grafikkarten die einen dritten Takt-Geber bereits auf der Karte verbaut haben.

AMD hat zu diesem Thema auch ein sehr informatives (Englischsprachiges) Video online gestellt.

Meine beiden Monitore besitzen nur einen VGA-Anschluss. Ich habe diese via einem VGA auf DVI Adapter an den beiden DVI Ausgängen angeschlossen, kriege aber trotzdem auf einem Monitor kein Bild!?

Beispielhaftes Belegungs-Schemata gängiger Grafikkarten
Beispielhaftes Belegungs-Schemata gängiger Grafikkarten

Viele Karten sind nur mit einem DVI-I Ausgang ausgestattet, der andere ist meist elektrisch nur als DVI-D ausgelegt. Das heißt, an letzterem können nur rein digitale Signale ausgegeben werden. Abhilfe schafft nur die Verwendung eines HDMI oder DisplayPort auf VGA Adapter. Welcher DVI Anschluss wie belegt ist, ist dem Handbuch zur Grafikkarte zu entnehmen. Mechanisch sind alle Anschlüsse meist gleich.

Ich habe zwei Monitore via DVI angeschlossen und einen dritten Monitor via HDMI. Ich habe aber nur ein Bild auf den ersten beiden?

Der HDMI Anschluss teilt sich einen Taktgeber mit einem der DVI Anschlüsse. Eine Verwendung zusammen mit den beiden DVI Anschlüssen ist nicht möglich. Siehe auch das Anschluss-Schemata oben.

Ich will 3 oder mehr Monitore anschließen, aber damit nicht spielen, sondern diese nur für Office Zwecke nutzen. Brauche ich trotzdem einen DisplayPort Monitor bzw. einen aktiven Adapter?

Ja, die Verwendung einer DisplayPort Verbindung, egal ob nativ oder mit Adapter ist zwingend notwendig.

 

Problemlösungen

Meine Display Informationen werden falsch ausgelesen oder ich kann Widescreen-Auflösungen meines Monitors nicht mehr einstellen!

Dies ist momentan ein Bug in den ATi Treibern. Siehe auch EDID Bug.

Ich hab eine ATi Grafikkarte eingebaut und seitdem habe ich im Geräte-Manager einen Gelben Eintrag obwohl ich die Treiber schon installiert habe!?

Unter XP muss der HDMI Audio Treiber extra installiert werden. Bei Vista wird dieser bereits vom Betriebssystem gestellt. Der Treiber für XP befindet sich NICHT im normalen Treiber-Package sondern befindet sich auf der Treiber CD die mit der Karte kam oder kann heruntergeladen werden. Solltet ihr weiterhin Probleme haben den Treiber zu installieren, müsst ihr diesen Hotfix von Microsoft installieren.
In neueren Catalyst Versionen ist ein Treiber für die HDMI Audio Ausgabe von ATi bereits integriert.

Was bedeuten die LEDs auf der Rückseite meiner HD4000 Karte?

Eine Übersicht über alle Statusmeldungen der LEDs gibt es im Game.AMD.com Forum in diesem Thread.

Ich habe meinen Rechner an einen Monitor/Fernseher via HDMI angeschlossen und nun ist das Bild unscharf und alle Schriften verwaschen!?

Der Underscan der Grafikkarte und der Overscan am Fernseher/Monitor muss deaktiviert werden. Welche Einstellungen im Catalyst Control Center vorzunehmen sind, steht weiter oben in dieser FAQ. Die korrekten Einstellungen für das Bildwiedergabegerät finden sich in der jeweiligen Bedienungsanleitung.

Die Schrift in meinem Firefox/Internet Explorer/Chrome Browser ist plötzlich unscharf!

Moderne Browser bieten eine Hardware-Beschleunigung über die Grafikkarte an. Aktiviert man nun in den 3D Einstellungen das Morphologische Filtern, wird dieses auch auf den Browser angewandt. Wie man MLAA aktiviert/deaktiviert steht weiter oben in der FAQ.

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4 Gedanken zu „AMD Grafikkarten: Eine kleine FAQ-Sammlung

  1. Habe eine AMD Fire Pro V7900 und 3 Monitore (Samsung S27D590C) über 3 Displayports angeschlossen und im Eyefinity-Modus laufen. Leider erkennt Win7 im Audio -Modus nur 1 Monitor. Folge dessen bekomme ich nur von einem Monitor Stereosound.
    Die Monitor unterstützen jedoch eine Verteilung (linker Monitor 2 x linker Kanal;mittlerer Monitor Stereosound und rechter Monitor rechter Sound) . Dies habe ich eingestellt. Die Monitorlautsprecher bleiben stumm. Was mache ich falsch ???

      1. Leider gibt die Seite 36 nicht viel her was den Displayport angeht. Habe zwischenzeitlich das Thema an AMD weiter geleitet. Samsung sagt, für mich auch nachvollziehbar, dass der Monitor nur das wiedergeben kann, was die Grafikkarte her gibt.

        AMD habe ich die gewünschten Informationen zukommen lassen (DXDIAG, Monitordaten und Soundeinstellungen) . Das Problem sehe ich mal grundsäzlich daran, dass das System (soundseitig) nur 1 Monitor kennt. Obwohl 3 Monitore, jeweils separat an einem der 4 vorhanden Display-Ports der Grafikkarte, angeschlossen sind. Aufgrund der Anschlüsse kann ich leider kein HDMI Test durchführen.

        Meiner Meinung nach sollte es doch kein Problem sein, die Soundsignale über die 3 vorhandenen Diplayports separat auszugeben.

        Ich warte mal ab was AMD mir schreibt.

        Danke noch für dein Feedback 🙂

      2. …Ergänzung:
        Natürlich habe ich vor lauter Verzweiflung auch noch den PC Audio OUT Anschluss in Verbindung mit einem 5-fach Klinkenverteiler (3,5mm) an den jeweiligen Audio-IN der Monitore mein Glück versucht. Gleiches Ergebnis: Kein Ton.

        Meine Vermutung: Der Displayport blockt den Line-Out Ausgang. Das System sagt ja „Hast ja ein Diplayport mit Sound, was willste mehr 🙁 “

        Auch das Deaktivieren (Bios) des On-Board-Sounds hat kein besseres Ergebnis gebracht.

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